Nord-Süd 1

 

Nord-Süd-Strecke

Teil 1: Durchs Leinetal von Hannover nach Göttingen

 

Wer sich im deutschen Eisenbahnnetz auskennt, dem ist die »Nord-Süd-Strecke« sicherlich ein Begriff. Er bezeichnet die Magistrale von Hannover, wo sich die Hauptstrecken von Hamburg und Bremen vereinigen, in Richtung Fulda und Würzburg. Bis 1992 die Schnellfahrstrecke Hannover -- Würzburg in Betrieb genommen wurde, rollte hier die Hauptlast des Güter- und Reiseverkehrs zwischen Nord- und Süddeutschland, so daß dichtester Zugverkehr garantiert war.

Mit meinem damaligen Wohnort Hannover war die Nord-Süd-Strecke und insbesondere deren nördlicher Teil durchs Leinetal meine bevorzugte »Hausstrecke«. Besonders schätzte ich ihre Lage abseits der großen Straßen, die sanfte Mittelgebirgslandschaft und die stillen Dörfer, die an ihr lagen. Ein ums andere Mal nahm ich den morgendlichen Eilzug von Hannover nach Alfeld, Freden oder Kreiensen, um kurz nach Sonnenaufgang vor Ort zu sein. Die Bilder dieser Galerie stellen einen Querschnitt derer dar, die bei diesen Ausflügen entstanden sind.

Was jedoch in all den Jahren weitgehend unberücksichtigt blieb, das ist der Abschnitt südlich von Salzderhelden, so daß er hier auch nicht weiter vertreten ist. Das lag nicht nur an daran, daß er landschaftlich weniger reizvoll war, sondern auch an der schwierigen Zugänglichkeit, wenn man ausschließlich mit der Bahn und zu Fuß unterwegs ist. Immerhin liegen zwischen Salzderhelden und Northeim 11 km ohne Zughalt.

Hannover: nördlicher Ziel- und Ausgangspunkt einer Reise auf der Nord-Süd-Strecke! [8862/11]
Lange Zeit eine der elegantesten Erscheinungen auf der Nord-Süd-Strecke: die 110 im klassischen Blau. [8864/14]
Ausfahrt in die verregnete Nacht Richtung Leinetal [8867/05]
Durch diese Halle betraten die Reisenden einst den Bahnhof Hannover-Bismarckstraße. Später wurde hier eine Discothek eingerichtet, und der Fahrgast mußte über die Schmollecke zum Zug gelangen. [8806/09]
Am 15. April 1988 wird an der Neubaustrecke noch gebaut, die hier bei Giften die alte Nord-Süd-Strecke überquert und von deren neu aufgeschüttetem Damm dieses Bild aufgenommen wurde. So werden noch 3 Jahren lang die Intercity-Züge die alte Strecken benutzen, wie hier der IC »Sachsenroß«. [10226]
Werfen wir einen Blick in die Fahrkartenausgabe des Bahnhofs Nordstemmen, wie sie noch 1987 bestand. Wesentliche Bestandteil war der AEG-Schalterdrucker, der die kleinen Pappkarten in einem Bruchteil der Zeit auswarf, die heutige Computertechnik benötigt, einen handtuchgroßen Zettel auszudrucken. [8703/49]
Für häufig nachgefragte Verbindungen hielt der Fahrkartenschrank fertig gedruckte Fahrkarten bereit. [8703/63]
Mit der Stempelpresse wurde den Fahrkarten aus dem Fahrkartenschrank das jeweilige Gültigkeitsdatum eingeprägt, bevor sie dem Fahrgast durch den Drehteller gereicht wurden. [8703/69]
An einem der zahlreichen Kiesteiche rund um Nordstemmen zieht die 151 ihren Ganzzug nordwärts. Ziel ist vermutlich einer der Kalischächte, die damals, im April 1988, im Raum Hannover noch förderten. [10259]
Südlich von Nordstemmen zieht am 9. Januar 1988 die 150 111 einen langen Zug von E-Wagen am Posten 28 vorbei. Es ist Zuckerrübenzeit, und die Wagen dienten der Zufuhr von Rüben für die im Hintergrund sichtbare Zuckerfabrik, die noch heute das Ortsbild von Nordstemmen beherrscht. Schrankenposten, E-Wagen sowie der Rübentransport auf der Schiene sind hingegen verschwunden.[10032]

Ein weiterer Güterzug passiert den Posten, und der Wärter widmet sich der Zugbeobachtung, ganz wie es sich gehört. [10036]
Südlich von Nordstemmen nahe des früheren Haltepunkts Poppenburg überquert die Strecke die Leine mittels einer sogenannten K-Träger-Brücke, einer geschraubten Behelfskonstruktion. Anfang der Neunziger Jahre wurde sie durch eine moderne Stabbogenbrücke ersetzt. [10008]
Dieselbe Brücke mit einem Schnellzug Richtung Süden. [10009]
Mit dem Alpen-See-Express hoffentlich besserem Wetter entgegen. [10123]
Im Winter und Frühjahr verwandeln sich die umliegenden Ackerflächen oft in eine einzige Seenlandschaft. [10124]

Bis zum Jahr 1983 querte die Bundesstraße 1 bei Burgstemmen die Nord-Süd-Strecke höhengleich und wurde schließlich durch eine Überführung ersetzt. Das Stellwerksgebäude des früheren Bahnhofs Poppenburg enthielt eins der ersten Relaisstellwerke an der Strecke und diente bis zuletzt noch als Schrankenposten 29. [08159]

Auch zwischen Poppenburg und Elze tritt die Leine oft über die Ufer, wie hier im Frühjahr 1988. Die Bahntrasse liegt jedoch hoch genug, um davon nicht beeinträchtigt zu werden. [10128]
Am 3. April 1988 dauerte das Hochwasser noch an. Ein Autoreisezug verläßt den Bahnhof Elze (Han) in Richtung Hannover. [10175]
Der Nahverkehrszug nach Hannover wartet in Elze auf die Abfahrt, 28. Dezember 1990. [12552]
Der alte Wasserturm wird in Elze schon lange nicht mehr gebraucht. [11842]
Die kleinen Einheits-Elloks der Baureihe 141 waren Ende der Achtziger auf der Leinetalbahn noch allgegenwärtig, gelegentlich auch im Güterzugdienst. Hier zieht eine der Seelzer Maschinen einen Zug leerer Autotransportwagen aus dem Bahnhof Banteln. Im Hintergrund ist die Kirche der Stadt Gronau zu sehen, die seit 1980 nicht mehr für Bahnreisende erreichbar ist. [10487]
E 3010 von Göttingen war planmäßig mit 141 bespannt, hier mit 141 173 bei Brüggen, und planmäßig war auch der am Schluß angehängte Schlafwagen. [10482]
Die Rübenkampagne hat begonnen. Brüggen mit E 3594, 22. Oktober 1988. [10649]
In Godenau gab es einen Betriebsbahnhof zur Überholung, durch den die 140 mit ihrem Güterzug nordwärts roll. Bei dem im Hintergrund sichtbaren Höhenzug »Sieben Berge« soll es sich dem Vernehmen nach um jene handeln, die aus Grimms Märchen allgemein bekannt sind. [8852/17]
Die Stadt Alfeld (Leine) wird optisch dominiert von der dort ansässigen Papierfabrik, die der Bahn auch heute noch eine nicht ganz zu vernachlässigendes Güterverkehrsaufkommen beschert. Hier hat die Elzer Rangierlok die täglichen Güterwagen abgeholt und bringt sie nach Elze, von wo aus die Weiterbeförderung erfolgt. [8997/01]
Ein schöner Sommertag bricht an. Bei Wispenstein, 22. Mai 1992. [13637]
Es dauert auch nicht lange, da kommt der morgendliche Schwung schwerer Güterzüge, zur Freude des Fotografen auch mit dessen Lieblingslok. [13640]
Gegenrichtung, Gegenjahreszeit. Die Kühlwagen hätte es an diesem Novembertag des Jahres 1988 wohl eher nicht gebraucht. [8867/10]
Das Gut Wispenstein von der anderen Seite aus gesehen. Die Stelle, die der IC gerade passiert, wurde einst Schauplatz eines schweren Eisenbahnunglücks, als am 8. Juni 1970 der D 588 infolge eines Oberbaumangels entgleiste. [10119]
Kurz vor Freden wechselt die Strecke in einer S-Kurve die Talseite ... [10268]
... und überquert die Leine ein weiteres und bis Göttingen letztes Mal. [10322]
Und wieder einmal bringt die übliche 141 die Blechträger der Leinebrücke zum Dröhnen. [10712]
Unmittelbar an die Leineüberquerung schließt der Bahnhof Freden an. Da dem heutigen Bahn-Management der Sinn und Zweck von Überholgleisen nicht mehr einleuchten mag, wurden diese auch hier mittlerweile entfernt und der Bahnhof zu einem Haltepunkt degradiert. [10318]
In die Überholung. [13390]
Vom Hahnenberg nördlich von Freden geht der Blick weit durchs Leinetal. Unter uns befindet sich Freden, das gerade von IC 684 »Albrecht Dürer« Richtung Norden durcheilt wird. Oberhalb des Fabrikschornsteins ist das Unterbecken des Pumpspeicherwerks Erzhausen zu erkennen; direkt darüber passiert der nachfolgende FD 782 »Alpenland« gerade die Ortschaft Beulshausen, und ganz rechts hinter dem Berg liegt Kreiensen. 24. April 1988. [10255]
Bahnhof Freden (Leine), 10. April 1992. [13380]
141, Umbauwagen, yl-Wagen, Silberlinge, das waren Ende der Achtziger im Leinetal wie auf unzähligen anderen Strecken die typischen Nahverkehrs- und Eilzüge. Freden, 25. Juli 1988. [10468]
Begegnung am alten Bahnwärterhaus. 25. Oktober 1990.  [12527]
Die Anrufschranke am alten Bahnwärterhaus südlich von Freden war immer ein Foto wert, ob ohne Zug, ... [12603]
... oder mit Zug, ... [12609}
... und zwar zu jeder Jahreszeit, mit Intercity ... [12176]
... oder Güterzug ... [12541]
... oder Eilzug. [12585]
Im ersten frostigen Morgenlicht. Leinetal, 19. Oktober 1991 [13197]
Artgerechte Tierhaltung und umweltgerechter Gütertransport bei Beulshausen. 18. November 1989. [11725]
Einst selbstverständlich: Zuckerrübentransport auf der Schiene. [11737]
Herbstmilch ... [11678]
... und Winterwatte. [12629]
Frisch gepflügt ... [11715]
... und abgeerntet. Kreiensen, 28. Oktober 1989. [11644]
Angekommen in Kreiensen: In Gleis 1 ist der Eilzug aus Hannover eingefahren, durch Gleis 2 rollt der Güterverkehr. [11711]
Bei Olxheim, März 1990. [11892]
Drei-Dörfer-Blick: Vorn Garlebsen, in der Mitte Olxheim, hinten Rittierode. März 1991. [12820]
Volksen, 5. Juli 1991 [12901]
In Volksen befindet sich das Winterlager des Circus Barum. [11964]
Gleich ist Salzderhelden erreicht. [8992/12]
Dieses Gebäude enthielt einst eines der ersten Dr-Stellwerke an der Nord-Süd-Strecke. Im Jahr der Aufnahme 1988 diente es nur noch als Schrankenposten; Bahnhof und Haltepunkt Edesheim (Leine) waren zu diesem Zeitpunkt längst geschlossen, und bald darauf erfolgte der Abriß. [8812/33]
Galerien Deutsche Bundesbahn
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